Advent Advent, der Tiernotarzt rennt

Advent Advent, der Tiernotarzt rennt

Wenn die Bäume ihr letztes Laub abgelegt haben und wir uns allmählich mit den kälteren Temperaturen arrangiert haben, stellen wir uns auf die saisonal-bedingten Leiden unter Ihren Vierbeinern ein. Denn was viele schöne Seiten hat wie z.B. Kuschelrunden auf dem Sofa mit tierischer Wärmflasche und frostige Waldläufe, birgt auch einige „Klassiker“ unter uns Veterinären.

Hier ein kurzer Leitfaden, wie Sie die Top Ten hoffentlich vermeiden können, dieses und jedes Jahr:

  1. Schokoladenvergiftung

Schokolade enthält das, für Katzen und Hunde giftige, Theobromin. In dieser Situation muss man schnell handeln, denn nach ca 2 Stunden hat die Schokolade den Magen verlassen und die Resorption des Theobromins beginnt. Wichtige Informationen für den Tierarzt sind: Gewicht des Tieres, Kakaogehalt (in Prozent auf der Verpackung oder ob dunkle oder helle Schokolade) und wieviel wann verzehrt wurde.

  1. Fremdkörper	Tierarztpraxis Bärenwiese Berlin Herzuntersuchung

Es gibt nichts, was noch nicht im Magen-Darm-Trakt eines Haustieres gefunden wurde. Ob Lametta, Lego oder Gänseknochen, alles kann zu Verletzungen oder schlimmstenfalls Verschlüssen im Gastro-Intestinaltrakt führen. Symptome sind unter anderem Erbrechen, Durchfall oder auch Husten. Das Tier muss bei ausbleibender Besserung unbedingt einem Tierarzt vorgestellt werden!

  1. Gastritis

Wie bei uns Menschen führen zu viele Leckereien auch bei Haustieren zu Problemen. Oft werden aber aus falsch verstandener Tierliebe auch gänzlich ungeeignete Dinge verfüttert, die schlimmstenfalls giftig (z.B. Rosinen, Zwiebeln oder Avocado) oder einfach ungesund sind (z.B. stark Gewürztes, Fettiges, Essensreste). Symptome sind Durchfall und/oder Erbrechen, zum Teil auch mit Blut. Dies kann in schlimmen Fällen zu Dehydration führen und muss tiermedizinisch versorgt werden.

  1. Verzehr giftiger Pflanzen

Überraschend viele Pflanzen sind giftig, wenn man sie isst (übrigens nicht nur für Tiere, sondern auch für Menschen)! In dieser Jahreszeit sehen wir unter anderem Probleme durch den Verzehr von Weihnachtsstern, Amaryllis, Stechpalme, Christrose und Misteln. Ähnlich wie bei Schokoladenintoxikation ist hier rasches Handeln gefragt, um eine Vergiftung zu verhindern.

  1. Tympanie bei Heimtieren

Tympanie, im Volksmund auch Trommelsucht genannt, ist eine lebensbedrohliche Situation, die sofortige Vorstellung bei einem Tierarzt erfordert. Hervorgerufen werden kann es unter anderem durch Futterumstellung z.B. Sommer/Winter, gefrorenes Futter und Verzehr von ungeeignetem Futter wie Leckerlis. Symptome sind Nahrungsverweigerung, Lethargie und ein geblähter, schmerzhafter Bauch.

  1. Umstürzender Weihnachtsbaum

Gerade Jungtiere sind oft fasziniert von Lametta und Glaskugeln. Katzen verwechseln den Weihnachtsbaum auch oft mit einem Kletterbaum… generell ist ein umstürzender Weihnachtsbaum aber eher für uns Menschen ein Problem, außer wenn echte Kerzen darauf brennen… (siehe Punkt 6)

  1. Verbrennung durch z.B. Kerzen

Abgesehen vom offensichtlichen und leider doch sehr realen Risiko des Wohnungsbrandes durch Adventskränze o.ä., können vor allem neugierige Jungtiere Verbrennungen erleiden. Ganz wichtig: Sofortiges Kühlen durch feuchte Handtücher oder Kühlpacks! Besser vertragen wird kühlschrankkühles und nicht eiskaltes Wasser, da dies schnell zu starker Unterkühlung/Schock führen kann. Verbrennungen sind extrem schmerzhaft und müssen vom Tierarzt eingeschätzt werden.

  1. Verätzungen durch Streusalz

Die Zwischenzehenhaut bei Hunden ist anfällig für Reizungen durch Kälte, Nässe, Schotter und vor allem Streusalz. Kontrollieren Sie Pfoten täglich auf Wunden und Risse. Nach dem Spaziergang gehört Streusalz abgewaschen, Pfoten getrocknet und bei Bedarf eingecremt mit Melkfett, Vaseline o.ä. Hinken und exzessives Lecken sind u.a. Zeichen für ein Zwischenzehekzem.

  1. Zwingerhusten

Wie auch bei uns Menschen kann es in der kalten Jahreszeit auch bei Hunden vermehrt zu Infekten der oberen Atemwege kommen. Diese äußern sich oft durch Abgeschlagenheit, Fieber und einen trockenen, z.T. auch krampfartigen Husten mit schaumigem Auswurf.  Vorsicht, diese Krankheit ist ansteckend!

  1. Last but not least: Teflonvergiftung

Wenn teflonbeschichtete Kochgeräte wie z.B. der Raclette Grill in Wohnräumen stark erhitzt werden, können giftige Fluorverbindungen freigesetzt werden, die besonders bei Zier- und Papageienarten schnell zum Tod führen können. Bitte stellen sie Volieren und Käfige sicherheitshalber in andere Räume und achten Sie auf gute Belüftung.



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